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Die aktuellen Diskussionen um das „Frausein“ heutzutage liefern viele Stichpunkte, die alle ein gemeinsames Tableau umkreisen: das Gefüge Frau-Gesellschaft. In diesen Debatten werden Frauen vor allem reduziert, nämlich darauf Opfer zu sein, physisch und psychisch (#metoo), aber auch monetär (Gehaltsunterschiede). Gleichberechtigung – in der Bezahlung, in der Berücksichtigung für Jobs, aber auch im zwischenmenschlichen Umgang – ist hier das Zauberwort, doch anhand von Fakten und Debatten sehen wir, dass so wirklich gleich es nun einmal noch nicht zugeht zwischen Mann und Frau, trotz der Emanzipationsbewegungen, dem weiblichen Empowerment und den wissenschaftlichen Gendertheorien im vergangenen Jahrhundert.

Gleichzeitig werden heute aber auch die Kategorien an sich – „Frau“ und „Mann“ – hinterfragt: Macht es Sinn, auf Basis von primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen die Menschheit so umfassend in zwei Gruppen zu teilen und diesen Milliarden der jeweiligen Gruppe teils generalisierende Eigenschaften, Kompetenzen und Mängel zuzuschreiben?

Quintessenz dieser Einleitung: Es ist kompliziert. Nicht nur das Frausein (wenn man davon ausgeht, dass es dieses gibt), sondern auch die Verortung von weiblicher Geschlechtsidentität in der Gesellschaft. Die Kulturzeitschrift Kursbuch wagte sich bereits vor 40 Jahren an eine Bestandsaufnahme, nun, 2017 erneut. In „Frauen II“, so der Titel, schreiben ausschließlich Frauen über, ja, Frauen und das Frausein. Vier Zitate aus dem aktuellen Kursbuch loten die Vielschichtigkeit der Debatte aus.

 

Feminismus und das Matriarchat

Es gibt Leute, die ernsthaft denken, Feministinnen wollen statt des Patriarchats eine weibliche Herrschaftsform errichten, in der Männer geknechtet sind und Frauen in allen Dingen das Sagen haben. Das ist natürlich Quatsch.

Margarete Stokowski (Essay: Stadt, Land, Fluss beim Sex)

 

Dominante Frauen

Frauen spielen inzwischen auf der Klaviatur männlicher Dominanz – sie haben es schon immer getan in den verschiedensten Rollen.

Karin Reschke (Essay: Power Frauen!)

 

„Frau“

Frau ist eine soziale Konstruktion. Die »Frau« ist die eine Seite einer Geschlechterdifferenzierung, die aus Biologischem wie Kulturellem besteht.

Paula-Irene Villa (Essay: „Frauen“)

 

Mode und Frauen

Die Abwertung von Mode wirkt auf die Frauen zurück, und umgekehrt wirkt sich die Abwertung von Frauen auf die Mode aus. Damit ist der Zirkel geschlossen.

Gertrud Lehnert (Essay: Der kleine Unterschied)