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Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu, auch für die Verlagsbranche. Einige der von den Verlagen auf den Markt gebrachten Sachbücher haben dabei besondere Würdigung verdient – weil sie klug erzählt sind, Leitlinien liefern und (wahlweise auch: oder) neue Perspektiven einnehmen. Einige, das sind in meinem Fall fünfzehn, Sachbücher, die mein 2017 bereichert haben – und hier erfahren Sie wieso.

 

  1. Jürgen Kaube: Die Anfänge von allem. Rowohlt Berlin

Für alle, die Sehnsucht nach dem Ursprung haben. Wunderbar komplexitätsbejahend. Himmelhochjauchzend erzählt.

 

  1. Georg von Wallwitz: Meine Herren, dies ist keine Badeanstalt. Wie ein Mathematiker die Welt veränderte. Berenberg

Für alle, die Mathematiknerds lieben. Unglaublich, wie David Hilbert alle überstrahlen darf. Schillernd und bunt.

 

  1. Jonathan Israel: Die Französische Revolution. Ideen machen Politik. Reclam

Für alle, die sich gerne in historischen Lebens- und Denkwelten verlieren. Echte Langstreckenleser sind schnell in Trance.

 

  1. Arlie Russell Hochschild: Fremd in ihrem Land. Eine Reise ins Herz der amerikanischen Rechten. Campus

Für alle, die über die USA gerade den Kopf schütteln. Und hier erfahren, welche bizarren Blüten Diversity und Individualisierung treiben.

 

  1. Tony Judt: Das vergessene 20. Jahrhundert. Die Rückkehr des politischen Intellektuellen. S. Fischer

Für alle, die den universalistischen Sozialdemokraten bewundern. Inklusive Jennifer Homanns Liebeserklärung im Vorwort.

 

  1. Karl Schlögel: Das sowjetische Jahrhundert. C.H.Beck

Für alle, die sich gerne Hals über Kopf in Enzyklopädien stürzen. Das Summasummarum sowjetischer Alltags- und Lebenswelten.

 

  1. Martha Nussbaum: Zorn und Vergebung. Wissenschaftliche Buchgesellschaft

Für alle, die den Humanismus und seine aufklärerische Demut schätzen. Und die Selbstüberhöhung mit ihren Aggressionsgirlanden verachten.

 

  1. Wolfgang Schmidbauer: Helikoptermoral. kursbuch.edition

Für alle, die eine gesunde Abneigung gegenüber Moralwächtern und Tugendbolden pflegen. Und sich manchmal selbst dabei ertappen.

 

  1. Rainer Hank: Lob der Macht. Klett-Cotta

Für alle, die klare Kante und Nicht-Mainstream suchen. Ohne Macht kein Königsmord, ohne Wettbewerb kein Fortschritt. Messerscharf seziert.

 

  1. Andreas Weigend: Data for the people. Murmann

Für alle, die den Big Data-Wahnsinn begreifen wollen. Macht Mut, entlarvt Dummheit und weist Allmachtsfantasien in ihre Schranken.

 

  1. Yuval Noah Harari: Homo Deus. C.H.Beck

Für alle, die den Menschen sowieso nur als Verirrung der Evolution betrachten. Niederschmetternder Bestseller über unsere Zukunft.

 

  1. Richard David Precht: Erkenne dich selbst. I, II. Goldmann

Für alle, die Philosophie im gepflegten Alltagsdeutsch lesen wollen. Mit großer interpretatorischer Varianz. Manchmal etwas kurz im Abgang.

 

  1. Konrad Paul Liessmann: Bildung als Provokation. Hanser

Für alle, die sich hemmungslos im Kulturpessimismus baden. Ein letzter Schrei nach der Gelehrtenrepublik im Anything goes-Zeitalter.

 

  1. Axel Hacke: Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen. Antje Kunstmann

Für alle Anständigen, die nicht wissen, warum sie so anständig sind. Klassische Kaffeehaus-Lektüre, die nicht enden will. Mit Spritzgebäck serviert.

 

  1. Kursbuch 191: Bullshit. Sprech.

Für alle, die sich gerne über jeden Bullshit lustig machen und Lust an der Entlarvung haben. Ein intellektueller Spaß für den ganzen Hörsaal.

 

Mehr über Andreas Weigend und sein Buch „Data for the People“