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Wird über deutsche Startups geredet, denken die meisten an Städte wie Berlin, München oder Hamburg. Das Bundesland Sachsen hat aber ebenfalls einiges zu bieten: In Europa ist Sachsen mittlerweile sogar eine der innovativsten Regionen und zeichnet sich vor allem durch Nachhaltigkeit aus. 4,6 Prozent aller deutschen Startups kommen aus dem Freistaat, der somit auf Platz sieben im Vergleich mit anderen Bundesländern liegt (PDF). Die Gründungsinfrastruktur Sachsens entwickelt sich dynamisch und die ausgeprägte Forschungs- und Hochschullandschaft ermöglicht es vielen Gründern, durch Kooperationen gute Startbedingungen für ihr Unternehmen zu schaffen (PDF) – auch in Sachen Nachhaltigkeit. Die Themen der sächsischen Nachhaltigkeits-Startups sind vielfältig und reichen von veganen Büchern bis hin zur Bio-Schokolade, für deren Kauf ein Baum auf Madagaskar gepflanzt wird. Neugierig, was der Freistaat sonst so zu bieten hat? Wir stellen im Folgenden vier nachhaltige Startups aus Sachsen vor.

Nachhaltigkeit auf neuem Level: Vegane Bücher von Matabooks

Vegane Bücher – wie bitte? Den Begriff „vegan“ werden die wenigsten unter uns mit Büchern assoziieren. Aber doch, sie existieren – und zwar bei Matabooks. Nach eigenen Angaben des Startups handelt es sich um den ersten deutschen Verlag, der durchweg vegane Bücher produziert. Matabooks verzichtet dafür auf Klebstoff aus Tierknochen, der in der herkömmlichen Buchproduktion zum Buchbinden genutzt wird, Pigmente aus tierischen Bestandteilen für die Druckfarbe sowie Tierhäute für Lederbuchbandmaterialien. Darüber hinaus will das Startup aus Dresden umweltbewusst und nachhaltig produzieren und stellt dafür seine Bücher aus Graspapier her. Gras ist ein reines Naturprodukt, im Gegensatz zu Zellstoff. Unweit der Papierfabrik wird das Gras für den Verlag geerntet, sodass durch den geringen Transportweg auch der CO2-Verbrauch reduziert werden kann. Des Weiteren wird bei der Produktion – im Gegensatz zur Papierherstellung mit Zellstoff – keine Chemie benötigt. Laut Matabooks wird zudem „ein Teil der Erlöse“ in soziale Projekte investiert.

FairMeals: Nachhaltig der Lebensmittelverschwendung entgegenwirken

Ein Abend im Restaurant mit seinen Freunden – eine schöne Beschäftigung, sowohl nach Feierabend als auch am Wochenende. Eine abwechslungsreiche Speisekarte ist bei vielen Gästen gern gesehen, denn so ist die Auswahl groß. Auf der anderen Seite benötigen Gastronomiebetriebe dementsprechend ausreichend Lebensmittel, um ihre Gerichte vorbereiten und alle Gäste versorgen zu können. Wie gut das Lokal besucht oder wie oft welches Gericht bestellt wird, kann jedoch nicht vorausgesagt werden – so kommt es dazu, dass jeden Abend eine größere Menge an Lebensmitteln entsorgt wird. Um dem entgegenzuwirken, hat sich das Startup FairMeals aus Strehla ein neues Geschäftsmodell überlegt: Restaurants bieten übrig gebliebene Produkte und Mahlzeiten über eine App zum reduzierten Preis an. Das Startup hat sich darüber hinaus ein weiteres Ziel gesetzt: Die Hungersnot bekämpfen. Zu diesem Zweck kooperiert FairMeals mit lokalen Initiativen, wie beispielsweise dem Leipziger „Pavillon der Hoffnung“.

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Nachhaltiges Putzen: Mit Lavendelöl, Zitronensäure und Co. umweltfreundlich reinigen

Der wöchentliche Putz gehört in jedem Haushalt zur Routine. Welche Putzmittel gekauft werden, ist bei den meisten schnell entschieden: das altbewährte Produkt, das man schon seit Langem kennt. Aber wer schaut schon, welche möglicherweise schädlichen Inhaltsstoffe in den präferierten Wasch- und Reinigungsmitteln enthalten sind? Dieser Aspekt war die Motivation für das Startup Sauberkasten aus Leipzig – es bietet umweltschonende Zutaten für effiziente Putzmittel an, um den Alltag nachhaltiger gestalten zu können. Für den Käufer sind alle Zutaten und Materialien für den DIY-Saubermacher in einer Box zusammengestellt und bieten so eine umfassende Reinigungsmöglichkeit. Zu den Zutaten gehören unter anderem Zitronensäure, Soda, vegane Kernseife und Lavendelöl. Die Zutaten und das Zubehör können auch separat gekauft werden. Durch das eigene Herstellen der Putzmittel wird garantiert, dass der Käufer die Zutaten kennt, und das wiederum ermöglicht ein umweltfreundliches sowie gesundheitsverträgliches Putzen. Ein „Sauberkasten Klassik“ kostet 50 Euro und enthält Rezeptkarte, Messutensilien sowie Zutaten für zehn unterschiedliche Reiniger.

Mit Schokolade eine Mangrove pflanzen

Ein Startup aus Sachsen, das nachhaltige Schokolade anbietet? Das hat sich die Nu Company aus Dresden auf die Fahne geschrieben. Nährstoffreich und ohne Zusatzstoffe stellt das Startup Schokolade und Protein Shakes aus natürlichen Bio-Zutaten her, verzichtet auf raffinierten Zucker und verwendet stattdessen Kokosblütenzucker – weitere Zutaten sind unter anderem Hanfsamen und Ur-Kakao. Bei den Protein Shakes werden ebenfalls pflanzliche Zutaten, wie zum Beispiel Erbsenprotein und getrocknete Früchte, verarbeitet. Des Weiteren ist es ein Anliegen der Nu Company, der Natur bei ihrer Regeneration zu helfen. Unter diesem Aspekt wird für jedes verkaufte Produkt ein Baum gepflanzt: Die entsprechende Summe wird monatlich an das Aufforstungsnetzwerk „Eden Projects“ gespendet. Dieses Netzwerk pflanzt Bäume unter anderem auf Madagaskar, Haiti und in Nepal. Die Spenden der Nu Company gehen laut Auskunft des Unternehmens vorwiegend nach Madagaskar, wo pro verkauftem Produkt eine Mangrove gepflanzt wird. Das sogenannte „nutree projekt hat die Mangrove gewählt, da diese überdurchschnittlich viel CO2 binden kann und als Küstenschutzsystem funktioniert: Sie verhindert Erosionen und kann so das Ausmaß von Naturkatastrophen verringern, erklärt die Nu Company auf ihrer Website.

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