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Neben dem Klimawandel gehört Plastikmüll derzeit zu den größten Gefahren unserer Umwelt. Denn während 1950 weltweit pro Jahr nur zwei Millionen Tonnen Plastik hergestellt wurden, waren es 2015 bereits 381 Millionen Tonnen. Weltweit gelangen davon jährlich rund 32 Millionen Tonnen in die Umwelt und richten dort verheerende Schäden an. Deshalb jedoch komplett auf Verpackungsmaterial zu verzichten, scheint in unserer industriellen Welt utopisch. Möglichkeit zwei wäre also: Alternativen zur Plastik-Verpackung finden.

Aber welche alternativen Materialien können mit der Vielseitigkeit und Formbarkeit, die Plastik so beliebt als Verpackungsmaterial machen, mithalten? Wir haben Alternativen zur Plastik-Verpackung gesammelt und erklären, was sie ausmacht.

Stärke statt Plastik

Biokunststoffe, die aus nachwachsenden Rohstoffen erzeugt werden, sind selbstverständlich eine willkommene Alternative zum bekannten, auf Öl basierenden Plastik. Biologische Kunststoffe nutzen nicht nur Materialien, die natürlich vorkommen und nachwachsen, anstatt die der begrenzten fossilen Rohstoffe, sondern können unter den richtigen Bedingungen auch ohne Probleme kompostiert, wiederverwertet oder sogar verbrannt werden.

Die Firma BIO4PACK aus Nordhorn, Niedersachsen, setzt ausschließlich auf Materialen mit möglichst hoher Kompostierbarkeit. Besonders beliebt ist hier die Verarbeitung von Stärke. Stärke ist ein sogenanntes Biopolymer, ein natürlich vorkommendes Plastik und vielseitig anwendbar. Je nach Zusammensetzung lassen sich daraus etwa Müllsäcke, oder Einkaufstüten fertigen. Das Team vom Green Dot Bioplastics hat außerdem eine kompostierbare Handyhülle aus Stärke entwickelt, die dennoch biegsam und belastbar ist.

Seegras statt Plastik

Die Skipping Rocks Labs aus dem Vereinigten Königreich hatten bereits vor wenigen Jahren mit ihrem essbaren Flüssigkeitenbehälter Ohoo, der aussieht wie eine Kugel gefüllt mit Wasser, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich gezogen. Hier wird nicht nur bei den Materialen innoviert, sondern der Behälter selbst neu erfunden. Ihre neueste Kreation, Delta, ist wesentlich robuster und darum besser für Transport und Aufbewahrung geeignet. Die Rezeptur ist aber noch immer ähnlich und beruht auf einem Calciumalginat Gel, das durch Braunalgen gewonnen wird. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass Braunalgen CO2  aufnehmen und Sauerstoff produzieren, wodurch die Umwelt ebenfalls geschont wird.

Außerdem haben die Skipping Rocks Labs ihre Formel unter einer Creative Commons Lizenz veröffentlicht und somit für alle zugänglich gemacht.

Milch statt Plastik

Wissenschaftler des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums arbeiten seit einigen Jahren an einem Verpackungsmaterial, das durchsichtig, nachhaltig und abbaubar ist. Ihre Lösung: Milch. Der Milch-Bestandteil Casein ist nicht nur natürlich vorkommend, sondern schützt Nahrung auch bis zu 500 Mal besser vor dem Vergehen. Obendrein ist der produzierte, durchsichtige Film ohne Bedenken essbar. Kleine Einzelportionen von Kaffeepulver oder Ketchup könnten so in der Casein-Verpackung serviert werden, ohne dass Müllhaufen entstehen müssen.

Aber noch ist das Konzept leider nicht perfekt. Bisher müssten die kleinen Behälter selbst in größeren Plastik- oder Pappcontainern aufbewahrt werden, um ihre Unversehrtheit bei Transport und Lagerung zu gewähren.

Pilze statt Plastik

Eines der gefährlichsten Verpackungsmaterialien ist der aus Polysterol hergestellte Schaumkunststoff Styropor. Der Stoff ist nicht nur schwer abbaubar, sondern verschmutzt durch seine zerbröselnde Beschaffenheit auch Meere und sogar Organismen auf lange Zeit.

Eine originelle Alternative bietet die Innovation des Unternehmens Ecovative Design: Pilze als Schaumstoff. Aus dem Pilz-Bestandteil Myzel wird der Schaumstoff-Ersatz hier in die richtige Form gezüchtet und kann so vielseitig genutzt werden. Ob als Verpackungsmaterial, Weinkiste oder Blumentopf – der Biokunststoff ist nachhaltig und verlässlich. Schon heute verlassen sich große Unternehmen wie Dell auf das außergewöhnliche Material.

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