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Deutschland ist noch immer ein Bargeldland. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Studie der Deutschen Bundesbank (Studie als PDF) zum Zahlungsverhalten der Deutschen. Zwar nimmt die Nutzung von Münzen und Scheinen auch hierzulande ab, doch verläuft diese Entwicklung nur sehr langsam. Der Favorit unter den Bargeld-Alternativen ist und bleibt die gute alte Bankkarte: So nutzten 2017 rund 50 Prozent aller Käufer bei einer Summe zwischen 50 und 100 Euro als Zahlungsmöglichkeit die Debit- oder Kreditkarte.

In China ist das anders – dort und andernorts entwickelt sich jenseits des klassischen Bargelds und der Karten mobile Zahlungsmöglichkeiten. Diese sind in Deutschland noch nicht richtig angekommen, doch in Zeiten der Globalisierung und Digitalisierung könnte es sich dabei nur um eine Frage der Zeit handeln. Wir stellen die wichtigsten Entwicklungen vor.

China: Mit dem sozialen Netzwerk bezahlen

In Schweden zahlen mittlerweile nur noch so wenig Menschen mit Bargeld, dass einige Restaurants und Geschäfte dieses gleich ganz abschaffen und nur noch bargeldlose Zahlungen annehmen. So stieg die Anzahl der Bezahlungen mit Bankkarten in Schweden in den vergangenen Jahren fast um ein Drittel (2011: unter zwei Milliarden Transaktionen, 2015: fast drei Milliarden Transaktionen) an (Übersicht als PDF). Die Höhe der bargeldlos bezahlten Beträge nimmt dagegen ständig ab.

Noch weiter gehen einige Länder in Asien. In Indien und China zahlen viele Käufer nicht einmal mehr mit Karte, sondern direkt mit ihrem Smartphone. Dieses besitzen auch untere Einkommensschichten, sodass bargeldloses Bezahlen auch für sie ohne eine Bankkarte möglich ist. Häufig werden diese Transaktionen durch die Near Field Communication (NFC) möglich – bei dem Verfahren muss der Käufer nur sein Mobilgerät nah an das passende Gegenstück, beispielsweise einem Kartenlesegerät, halten, um eine Transaktion vorzunehmen. Während des Ranhaltens werden Daten kontaktlos durch elektromagnetische Induktion übertragen. Zum Einsatz kommt diese Technik auch bei Bankkarten oder Mensa- und Stadionkarten. Neben der NFC werden in China Transaktionen auch über den sogenannten „Conversational Commerce“ abgewickelt. Das heißt, es wird mit Hilfe von Social-Apps und Messenger-Diensten bezahlt.

In China kommt hier vor alle das soziale Netzwerk „WeChat“ zum Einsatz. Um mit der App zahlen zu können, verknüpft der Nutzer seine Kontodaten mit dem Messenger. Auch WhatsApp, Telegram und Kik arbeiten bereits an ähnlichen Verfahren. Zudem ist es in China auch möglich direkt über den Handyprovider zu zahlen. Diese beiden Zahlungsmöglichkeiten erreichen in China ein Milliarden Volumen.

USA: Bezahlen mit Starbucks‘ Bezahl-App

In anderen Ländern wie den USA erfreuen sich hingegen Payment-Apps immer größerer Beliebtheit. Die funktionieren entweder ebenfalls durch NFC oder durch QR-Codes. Hierfür werden entweder die Kreditkarte in der App hinterlegt oder die Kontodaten angegeben, sodass der zu begleichende Betrag per Lastschrift vom Konto abgebucht werden kann. Eine weitere Möglichkeit: Der Betrag wird von einem zuvor aufgeladenen Guthabenkonto abgezogen. Aber apropos App: Laut eMarketer, einem Marktforschungsunternehmen, nutzen in den USA mehr Menschen die Payment-App von Starbucks für die Bezahlung in einem Geschäft als die Apps von Apple, Google oder Samsung. Und das, obwohl Apple Pay bei der Hälfte aller Verkäufer in den USA angenommen wird. Ebenfalls überraschend scheint, dass in den USA vergleichsweise wenig Menschen Apple Pay überhaupt nutzen und in vielen anderen Ländern die Nutzerzahlen höher sind. Nur etwa fünf Prozent der US-iPhone-Nutzer haben Apple Pay überhaupt auf ihrem Smartphone aktiviert, weltweit sind es immerhin elf Prozent aller iPhone Nutzer. In Deutschland ist Apple Pay noch nicht verfügbar.

Kryptische Zahlungsmöglichkeiten

Eine weitere neue, aber noch wenig verbreitete, Bezahlmethode sind Kryptowährungen wie Bitcoin. Wurden sie zu Beginn häufig lediglich zu Transaktionen im Internet verwendet, nehmen auch immer mehr Geschäfte in der realen Welt einzelne Kryptowährungen als Zahlungsmittel an, unter ihnen sind Starbucks und Expedia. Möglich ist dies meist durch einen von der Akzeptanzstelle generierten QR-Code. Zudem treibt die Nutzung von Kryptowährung das Mobile Payment insgesamt voran, da es sich bei ihnen um virtuelle Währungen handelt, die lediglich in einem mobilen Wallet, wie beispielsweise Apple Pay, verwahrt werden können. So ist der Nutzer gezwungen, eben diese zu verwenden – und greift so dann vielleicht auch eher auf die Payment-App bei Transaktionen mit seinem „normalen“ Konto zurück.

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