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Der Hamburg Innovation Summit (HHIS) ist eine der wichtigsten Plattformen für neue Ideen in der Stadt. Hier wird sichtbar, woran Gründer, Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen und Investoren arbeiten und welche Themen für die Zukunft der Stadt wichtig werden. Beim HHIS geht es deshalb nicht nur um eine Veranstaltung, sondern um Vernetzung, Sichtbarkeit und die Frage, wie aus Forschung und Ideen konkrete Anwendungen entstehen. 

Am 18. Juni kamen im Oberhafenquartier Gründer:innen, Unternehmen, Wissenschaft, Politik und Investor:innen zusammen. Das Ziel der Veranstaltung: Innovationen „Made in Hamburg” sichtbar zu machen, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zu vernetzen und neue Lösungen für lokale wie globale Herausforderungen zu fördern. Der Höhepunkt der Veranstaltung waren die Innovation Awards. Mit diesem Wettbewerb werden unternehmerische Talente und innovative Teams in der Anfangsphase aus der Region ausgezeichnet.

1. visflo: Stress sichtbar machen, bevor er zum Problem wird 

In der Kategorie „Ideation” gewann »visflo«. Diese Kategorie richtet sich an Pre-Seed-Teams, die sich noch in der Ideenphase oder einer sehr frühen Gründungsphase befinden. Visflo entwickelt einen Wearable-Patch, der das zentrale Stresshormon Cortisol kontinuierlich und ohne Nadeln oder Labor direkt über Schweiß misst. Die Daten werden in Echtzeit sichtbar gemacht und sollen vor allem die Forschung und die klinische Versorgung im Bereich der mentalen Gesundheit unterstützen.  

2. Aortex: Maßarbeit für ein lebenswichtiges Problem 

Den Award in der Kategorie „Start” holte sich »Aortex«. Diese Kategorie ist für Startups gedacht, die bis zu fünf Jahre nach ihrer Gründung am Markt sind. Aortex arbeitet an einer individuell angepassten Gefäßstütze zur Behandlung von Aortenaneurysmen. Dabei handelt es sich um gefährliche Erweiterungen der Hauptschlagader, die im schlimmsten Fall reißen können. Das Ziel von Aortex: Mithilfe von 3D-CT-Scans sollen passende Stents für einzelne Patienten innerhalb weniger Tage hergestellt und geliefert werden. Das ist wichtig, da viele Betroffene aufgrund ihrer besonderen Gefäßform mit bestehenden Standardlösungen nicht gut behandelt werden können. Laut der Award-Seite sind bis zu 50 Prozent der Patienten aufgrund ihrer komplexen Anatomie für bisherige EVAR-Lösungen nicht geeignet. 

3. ReductStore: Daten dort nutzbar machen, wo sie entstehen 

In der Kategorie „International Founders” konnte sich »ReductStore« durchsetzen. Das Startup entwickelt eine Dateninfrastruktur für Robotik und industrielle KI. Denn in Robotern, Maschinen und Sensoren entstehen riesige Datenmengen, die für Unternehmen oft schwer zu speichern und auszuwerten sind. Genau hier setzt ReductStore an. Die Lösung speichert diese Daten in maschinennaher Umgebung und macht sie so verfügbar, dass sie später für Analysen, Fehlererkennung oder industrielle KI genutzt werden können. Die Lösung ermöglicht eine Senkung der Cloud-Kosten um bis zu 90 Prozent und wird bereits in mehr als 100 Produktionsumgebungen eingesetzt. 

Warum Hamburg Innovation sichtbar machen muss 

Solche Auszeichnungen sind für Hamburg wichtig, denn sie zeigen, was die Stadt aus ihren Stärken machen kann. Sie hat große Unternehmen, starke Forschung, internationale Verbindungen und Branchen, in denen seit Jahren viel Know-how steckt – von Logistik und Handel über Luftfahrt bis zu Gesundheit und Technologie. Doch daraus entstehen nicht automatisch neue Geschäftsmodelle. Dafür braucht es Menschen, die Forschung in Anwendung übersetzen, früh etwas ausprobieren und bereit sind, Risiken einzugehen.

Andreas Schwarz Photography Bildquelle: Hamburg Innovation Summit

Auffällig ist, was die drei Gewinner verbindet. Sie stehen für datenbasierte Innovationen, mit denen sehr konkrete Probleme gelöst werden sollen. Bemerkenswert ist dabei, dass zwei der drei Startups aus dem Gesundheitsbereich kommen. Dies verdeutlicht das Potenzial der Verbindung von Forschung, Technologie und medizinischer Anwendung. ReductStore ergänzt dieses Bild um industrielle KI – ein Feld, das auch für Hamburgs Wirtschaft wichtig werden kann. 

Genau deshalb sind solche Auszeichnungen für Hamburg relevant. Sie zeigen nicht nur einzelne Gewinner, sondern auch, wo sich die Stärken der Stadt verbinden können: Forschung, Technologie, Unternehmergeist und Anwendung. Hamburg verfügt über viele Voraussetzungen, um aus guten Ideen neue Unternehmen entstehen zu lassen: starke Wissenschaft, etablierte Branchen, internationale Talente und ein wachsendes Startup-Ökosystem. Entscheidend ist, dass diese Ideen nicht nur sichtbar werden, sondern auch wachsen können. Der Hamburg Innovation Summit setzt hierfür ein wichtiges Signal. 

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