Neun Stunden, neun Gäste und eine Leitfrage: „Wie geht’s weiter?” Am 25. Oktober lädt das Kursbuch-Team zum Interviewmarathon nach München. Vorab haben wir mit dem Herausgeber Peter Felixberger gesprochen. An diesem Tag diskutiert er unter anderem mit Dirk von Gehlen über Social Media, mit der Staatsanwältin und Expertin für Cyberkriminalität Jana Ringwald sowie mit Filiz Albrecht über Kipppunkte der Führung in einer von Männern dominierten CEO-Welt.
Neun Stunden Interviews am Stück – woher kommt die Idee?
Tatsächlich habe ich so etwas schon einmal gemacht: 24 Stunden lang, von zwölf Uhr mittags bis zwölf Uhr mittags am nächsten Tag. Dabei habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Heute betrachte ich 24 Stunden als too much. Deshalb habe ich mich mit meinen beiden Co-Herausgebern vom Kursbuch auf neun Stunden geeinigt – eine Zeitspanne, die wir hoffentlich locker bewältigen können.
Wie habt ihr die Auswahl der Gäste getroffen?
Jeder von uns hat drei Gäste eingeladen und führt mit ihnen jeweils ein Einzelgespräch. Bei der Frage „Wie geht es weiter?” betrachten wir, wie es persönlich, in Organisationen und Unternehmen, aber auch politisch, gesellschaftlich und wirtschaftlich weitergeht. Natürlich geht es auch darum, wo es nicht weitergeht: Wo liegen die Probleme und Blockaden? Wie jeder das mit seinem Gast angeht, bleibt ihm selbst überlassen. Wir wollen keine fertigen Thesen, die Gespräche sollen sich entwickeln. Ganz nach dem Clint-Eastwood-Motto: „Wir reiten in die Stadt, der Rest ergibt sich.“
Filiz Albrecht hat gerade ihr Buch „Führung am Kipppunkt“ bei uns im Verlag herausgebracht. Welche Perspektive bringt sie in den Marathon ein?
Filiz Albrecht war als Arbeitsdirektorin bei Bosch tätig und als Frau mit deutsch-türkischem Hintergrund eine Pionierin im Vorstand eines großen deutschen Konzerns. Dann ist sie ausgestiegen und wieder zur Einzelkämpferin geworden. Genau das reizt uns: Sie kennt die Welt der CEOs von innen und kann nun freier und unabhängiger darüber sprechen als im Konzern. Wir möchten wissen, was sie dort gelernt hat, wo sie an Grenzen gestoßen ist und welche Probleme sie für dringend lösungsbedürftig hält.
Das Motto lautet: „Wie geht’s weiter?“ – also: Wie geht es mit dem Kursbuch weiter? Sind Veranstaltungen wie der Interviewmarathon eine einmalige Sache oder ein Weg, den ihr künftig stärker gehen wollt?
Ja, wir haben vor, das in diesem Jahr und auf jeden Fall im nächsten Jahr zur vierten Ausgabe zu machen. Ob daraus eine Tradition wird, wird sich zeigen. Zunächst sammeln wir Erfahrungen mit dem Format. Grundsätzlich ist die Idee aber klar: Wir wollen über das Event und die Menschen, die wir dort einbinden, mehr Reichweite und Aufmerksamkeit für das Kursbuch gewinnen.
Tickets sind begrenzt: Man kann bis zu neun Stunden dabei sein. Ab 21 Uhr klingt der Abend bei Musik und Drinks gemeinsam mit den Gästen aus. Wer nicht vor Ort sein kann, schaut kostenlos im Livestream zu.
Fotocredit: Kursbuch Kulturstiftung gGmbH



