Die Kulturtipps im November laden ein zu den Jüdischen Kulturtagen nach Berlin, reisen ins Haiti der 70er-Jahre und lassen uns zu Percussion-Klängen mitwippen.
Jüdische Kulturtage Berlin
Zukunft, „Atid“ nennt sich das Motto der 38. Jüdischen Kulturtage Berlin , die ab dem 13. November in Berlin stattfinden, und mit einem hochkarätigen und vielfältigen Programm aufwarten: Das Eröffnungskonzert „Let My People Grow“ bringt Hollywood und jüdische Historie zusammen – Melodien u.a. aus „Yentl“, „Das Leben ist schön“, „Anatevka“, oder „Munich 1972“ sind an diesem Abend zu hören, erzählt vom Sinfonie Orchester Berlin und dem Synagogal Ensemble Berlin: Von Vergangenheit lernen, in der Gegenwart gestalten und dabei den optimistischen Blick nach vorn richten ist das Leitmotiv. Stand-Up-Comedian Modi nimmt mit „Pause for Laughter“ die Herausforderungen des Alltags mit Humor. Avishai Cohen bringt mit „The Hebrew Book Band Part II“ Jazz auf die Bühne, das Ensemble Yamma Teiman interpretiert jüdische Musik gleich in mehreren Sprachen. Tradition trifft Moderne und persönliche Geschichten – die Jüdischen Kulturtage Berlin bleiben ihrem Ansatz treu, mit ihrem Programm Brücken zu bauen. Auch literarisch hat das Festival einiges zu bieten: In der Staatsbibliothek sind hebräische Handschriften ausgestellt, prominente Autoren wie Leon de Winter und Christian Berkel lesen aus ihren Büchern – und das alles zwischen Erinnerung, Identität und Wahrheit. Dazu gesellt sich eine Filmreihe und Spaziergänge durch Berlins jüdische Viertel.
- Jüdische Kulturtage Berlin
13. – 23. November 2025
Das harte Leben auf Haiti
Mit „Eine Violine für Adrien“ führt Gary Victor mitten ins Haiti der 1970er-Jahre: Angst herrscht, die Tontons Macoutes kontrollieren das Land – und mittendrin träumt der 14-jährige Adrien in Port-au-Prince von einem Leben als Geigenvirtuose. Dank seiner Mutter kann er die erste Hürde – einen Geigenkurs – nehmen. Doch die Realität des Machtwechsels von „Papa Doc“ Duvalier zu „Baby Doc“ und das fehlende Geld für ein eigenes Instrument holen ihn schnell ein. Der Junge sieht sich gezwungen, selbst aktiv zu werden. Da kommt das Angebot eines Offiziers der gefürchteten Geheimpolizei gerade recht. Ein Angebot jedoch, dem er besser misstraut hätte. Gary Victor gilt als einer der wichtigsten Stimmen Haitis – und beweist in „Eine Violine für Adrien“ wieder seinen klaren Blick für gesellschaftliche Brüche. Mit feinem Gespür für das Schicksal der Einzelnen und einer Sprache, die unter die Haut geht, erzählt er von Hoffnungen und Träumen in einem System, das diese fast unmöglich macht.
Gary Victor
Eine Violine für Adrien
a. d. Französischen v. Peter Trier
Litradukt Literatureditionen, Trier 2024
Schwungvolle Percussion in bunten Farben
Das TrioColores begeistert mit einem Kaleidoskop für Marimba, Vibraphon und Glockenspiele auf seiner Debüt-CD „En Couleur“. Matthias Kessler, Luca Staffelbach und Fabian Ziegler erkunden französische Musik zwischen Romantik, Impressionismus und Moderne – Saint-Saëns, Ravel und Debussy überraschen hier mit wandelbaren Farben, von ätherisch-zart bis schwungvoll und rhythmisch. Sogar Milhauds „Scaramouche“ katapultiert brasilianisches Flair ins Klassik-Format. Hier stimmt alles: die Präzision, der Klang, die Virtuosität. Kein Wunder, dass OPUS Klassik die Formation 2025 für ihre kreative Grenzüberschreitung ausgezeichnet hat. Ein Erlebnis für alle, die Farben hören wollen.
En Couleur
Camille Saint-Saëns | Maurice Ravel | Darius Milhaud |
Claude Debussy | Germaine Tailleferre
Solo Musica 2024



