Subscribe & Follow:

Der Herbst kommt bald und neue Bücher sind im Erscheinen. Das ist ein so schönes, vielversprechendes Wort: Erscheinen. Hat etwas von Leuchten und Glänzen. Auf Novitäten fällt immer erst einmal Glanz: Neuerscheinungen! Vor allem im Herbst, wenn es früher dunkel wird und wir wieder mehr Zeit verbringen im Inneren- im räumlichen und im metaphorischen Sinn. Dabei sitzen wir dann schon mal länger lesend und nachdenkend auf dem Sofa.

Apropos Sofa: Das jährlich erscheinende Branchenbarometer „Buch und Buchhandel in Zahlen“ enthält neben den Internas für die Branchenakteure bemerkenswerte Informationen über das Freizeitverhalten im deutschsprachigen Markt. Dass unter Erwachsenen Fernsehen (immer weniger analog) und im Internet surfen an der Spitze der präferierten Freizeitbeschäftigungen liegen, überrascht dabei nicht weiter. Unter den Top 10 finden wir jedoch einige „ältere“ kulturelle Praktiken, die angesichts der Allgegenwart von Social Media und Handynutzung durchaus überraschen: Auf Platz 3 findet sich das Radiohören. Auch vorne mit dabei sind das Kochen und: „zuhause gemütlich entspannen“, vielleicht sogar lesend auf dem Sofa.  

Das Lesen von Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazinen ist weiterhin eine Top 10-Aktivität. Das Bücherlesen kommt auf Platz 15, wobei inzwischen 26 % der 30.000 Befragten angeben, „nie“ zum Buch zu greifen, eine Zahl, die uns Sorge bereiten sollte.

Was in den Branchenstatistiken nicht publiziert wird, ist die inhaltliche Reichweite von Texten, eine Reichweite, die auch in unserem Segment „Wirtschaftsbuch“ zunehmend ein crossmediales Phänomen ist. Die Inhalte unserer Autorinnen und Autoren verteilen sich auf Leserinnen und Leser, Hörerinnen und Hörer, Zuschauerinnen und Zuschauer im Fernsehen, Internet, wahrscheinlich auch beim Entspannen auf dem Sofa, im Radio, in Tageszeitungen, Magazinen, Messen, in Vortragssälen, in Podcasts und auf Konferenzen, auf Vorstandsetagen oder in analogen und digitalen Weiterbildungsformaten. Die Inhalte pesen zwischen den Top-10-Plätzen hin- und her und lassen überall ihre Spuren. Daher landen sie auch in Datenbanken und füttern die KI-Maschinen, was urheberrechtlich hochproblematisch ist, jedoch zeigt, wie wirkmächtig Autorinnen und Autoren schreiben, senden, funken, posten.

Bücher sind daher nicht selten Anlass für öffentliche Debatten, die dann irgendwann gar nicht mehr um die Bücher selbst kreisen, sondern um deren Inhalte, Botschaften, Argumente und Erzählungen. Völlig losgelöst vom haptischen Buch mit zwei Deckeln. Manchmal bleiben nur Bilder und Überschriften übrig. Oder ein, zwei Zitate. Auch diese können wirkmächtig sein.

Bücher sind wie unsichtbare Trägerraketen, die im vielschichtigen Universum unserer beruflichen und persönlichen Lebenswelten Inhalte verteilen. Wenn wir im Folgenden damit beginnen, den Bücherherbst mit einigen Titeln einzuläuten, dann schieben wir nach und nach Inhalte auf die Rampe, deren Flugbahnen wir noch nicht absehen können. Mögen diese sich den Weg zu möglichst vielen Leserinnen und Lesern bahnen, wohin auch immer, in der beruflichen Weiterbildung oder zuhause beim „gemütlich entspannen“, der viertplatzierten Freizeitbeschäftigung – im Herbst gerne mal auf dem Sofa.

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.

Schließen